Diabetisches Fußsyndrom

(Diabetischer Fuß)
Definition: Infektion, Ulceration und/oder Destruktion tiefen Gewebes, die mit neurologischen Auffälligkeiten und verschiedenen Graden einer peripheren arteriellen Verschlußkrankheit in der unteren Extremität einhergeht ( Weltgesundheitsorganisation)

70% aller Amputation werden bei Patienten mit Diabetes Mellitus durchgeführt.
85% der Amputation geht ein Ulcus voran
4 -10% der Diabetiker leiden an einem Fußulcus (Fußgeschwür)

Entstehung/Risikofaktoren
- Diabetische Neuropathie (Nervenschädigung – Mißempfindung)
- pAVK (arterielle Durchblutungsstörung)
- Fußdeformitäten, Hornhautschwiele
- Eingeschränkte Mobilität
- Ungeeignetes Schuhwerk

Diabetische Neuropathie: Patient spürt u.U. den engen Schuhe sowie Verbrennung, Blase, Verletzung …nicht
Ist eine Wunde erstmal entstanden, ist die Gefahr einer Infektion bei Diabetikern groß, weil hohe Blutzuckerspiegel zu einer verminderten körpereigenen Abwehr führen können.

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Behandlung
- Durchblutungsverbesserung
- Schmerzenkontrolle: Schmerzenmittel, Angstreduktion
- Infektionsbehandlung: Antibiotikum
- Druckentlastung: therapeutisches Schuhwerk, Verbandsschuhe, Gehstützen
- Lokale Behandlung: Wundreinigung…
- Fußchirurgie: Drainage, Chirurgische Reinigung
- Allgemeinzustand und Stoffwechselkontrolle: engmaschige diabetische Kontrolle

Tipps

  1. Tägliche Inspektion der Füße einschließlich der Regionen zwischen den Zehen.
  2. Regelmäßiges Waschen der Füße und sorgfältiges Abtrocknen insbesondere zwischen den Zehen.
  3. Die Waschtemperatur sollte weniger als 37C betragen
  4. Kein Barfuß gehen. Kein Tragen von Schuhen ohne Socken.
  5. Keine Hühneraugen- oder Schwielenpflaster. Keine chemische Substanzen, vorsichtig mit Bimsstein abtragen
  6. Bei trockener Haut: Salbe oder Creme, die viel Fett, wenig Wasser enthalten
  7. Täglicher Sockenwechsel
  8. Gerades Schneiden oder Feilen der Nägel
  9. Bei verminderter Sehstärke sollte der Patient nicht versuchen seine Füße (z.B. Nägel) selbst zu behandeln.
  10. Nägel nicht mit spitzen Scheren schneiden, sondern gerade feilen. Eingewachsenen Nagelecken durch den geschulten Fußpfleger entfernen lassen
  11. Hühneraugen und Schwielen sollten von medizinischem Fachpersonal (medizinische Fußpflege) abgetragen werden. Das Schuhwerk muss verändert werden, damit keine neuen Hühneraugen entstehen.
  12. Bei einer Nervenschädigung spürt man den Druck der engen Schuhe nicht. Vor dem Anziehen müssen die Schuhe auf Fremdkörper, Nähte, drückende Innenfutter ausgetastet werden. Neue Schuhe spätnachmittags kaufen. Ist eine orthopädische Schuhversorgung nötig, sollte sie durch einen diabetologischgeschulten Orthopädie-Schuhmacher erfolgen
  13. Nagel- oder Fußpilz muss unbedingt ärztlich behandelt werden

Kontrollintervall des Fußbefundes: (Diabetes Mellitus)

- keine sensorische Neuropathie:
- sensorische Neuropathie:
- sensorische Neuropathie + pAVK und/oder Fußdeformitäten:
- früheres Ulcus:

1 x jährlich
1 x alle 6 Monate
1 x alle 3 Monate
1 x alle 1 - 3 Monate